Nein Nein Nein – Nett sein Besonders internett

Juhuu… Seit 2005 rülpse ich Gedanken ins Internet. Damals gab es noch Webspace von funpic, MySpace lag voll im Trend und irgendwie war alles etwas kuscheliger. Das Forum welches ich zu dieser Zeit eingerichtet hatte schleppe ich seither immer mit mir rum. Gelöscht habe ich es nie und alle paar Jahre stolpere ich mal wieder darüber und lese ein wenig nach was mich vor rund 10 Jahren mal bewegt hat.

Und diesmal kam ein vergessener Song aus dem Jahr 2006 zum Vorschein. „Nett sein“. Ich hatte Bock und habe nochmal nachgehört. Ja, gefällt mir immernoch.

Die Band nannte sich „Nein Nein Nein“, stammt aus Mönchengladbach und wurde von mir zum ersten mal im Pogoradio beachtet. Das Radio gibt es immernoch, die Band macht sich aber seit 2011 eher rar und ihre Webseite ist auf ein Minimum zusammengeschrumpft.

Ich bedauere dieses Website-Sterben ja sehr. Ich vermisse den Haufen aus tausenden selbstgezimmerten Seiten mit ihren krebserregenden Farben, den lustigen Animationen und den massenhaften Verlinkungen zu wieder anderen Webseiten die man sich ja alle unbedingt mal angucken muss. Das hatte Fanzine-Charakter. Auf handgemachten Seiten fand ich handgemachte Texte aber auch handgemachte Filme oder Musik. Immer in kleinen Häppchen denn Traffic war teuer. Und so habe ich mich über viele kleine Fundstücke gefreut.

Wenn ich alleine an die „Bad Three“ zurück denke. Oha… Manchmal konnte ich gar nicht glauben auf was ich so alles gestoßen bin. Aber die Crew ist ein Thema für sich.

Ich denke auch gerne an großartige Textsammlungen wie Mitternachtskino.de zurück. Dutzende, vielleicht sogar hunderte, fundierte und interessante Besprechungen von wirklich skurrilen und seltenen Filmen waren dort zu finden. Ein echtes Kompendium. Und gerne werfe ich die Wayback Machine mal für die Webseite der „Cineastischen 4“ an. Nicht weniger skurril aber immer unheimlich witzig wurde dort auch noch an das Fernsehprogramm der 70er Jahre erinnert.

Heute ist das Internet irgendwie zentralisiert worden. Wer an Musik denkt, denkt „Spotify“. Wer an Film denkt, denkt „Netflix“. Wer von beidem Gratis-Häppchen möchte denkt an „YouTube“. Und Texte finden auf „Facebook“ statt. Die Avantgardisten nutzen den jeweils zweitgrößten Dienstanbieter für ein und dieselbe Sache und sind damit besonders cool im Internet unterwegs.

So wird man auch auf neinneinnein.com nur noch zu 3 Auftritten in den sozialen Medien weiter geleitet wenn man möchte. Eine dieser Verlinkungen führt zu Bandcamp. Dort kann man sich dass Debut-Album „Deine Szene ist ein Zombie“ anhören, beziehungsweise bei Bedarf auch runterladen. Und weil schon dieser Titel so schön passt gibt es das Album am Ende dieses Textes zu hören. 2006 hatte ich mal irgendwie zusammengerechnet dass es sich um 23 Songs in 32 Minuten handelt. „Nett sein“ ist Song 21.

Ich lass das jetzt laufen, mache mir einen Kaffee und stöber ein wenig in den Überresten von cine4.de.

 

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